Bauherren Ratgeber

Bauherren-Ratgeber

Was Sie als Bauherr wissen sollten...

Die Planung

Die richtige Planung ist der Grundstock fürs Bauen. Und für die ersten Überlegungen braucht man noch keinen Architekten oder Bauunternehmer. Denn die wichtigsten Fragen sollten sich zukünftige Bauherren vorab stellen. Wie groß soll das Haus werden? Soll es einen Keller haben? Wie könnte ein Grundriss aussehen? Wer mit relativ genauen Vorstellungen zum Architekten geht, macht den Ablauf einfacher und schneller.

Profi-Tipp: Stellen Sie eine Prioritäten-Liste zusammen, auf denen Sie wichtige Einzelheiten aufschreiben – unterteilt in „Das muss unbedingt sein“, „Das wäre schön“ und „Das kann man später evtl. noch nachrüsten“.



Der Baugrund

Ein idealer Baugrund ist genauso wie der Grundriss in erster Linie Geschmackssache. Die Grundstückspreise variieren je nach Region sehr stark. Achten Sie bei der Auswahl auch auf noch nicht enthaltene Nebenkosten, wie zum Beispiel die Erschließungskosten. Außerdem kommen bei jedem Grundstückerwerb Notar- und Grundbuchkosten hinzu, die sich nach dem Kaufpreis des Grundstückes richten. Planen Sie diese unbedingt mit ein.

Profi-Tipp: Schauen Sie sich vor dem Kauf die nächste Umgebung des Grundstückes genau an. Reden Sie auch mit den zukünftigen Nachbarn, welche Erfahrungen diese während des Baus gemacht haben. So können Sie Unvorhergesehenes vermeiden und gleich die ersten Kontakte knüpfen.




Die Finanzierung

Ein Plan steht, der Baugrund ist reserviert oder bereits erworben: Jetzt geht`s an die Finanzierung – und damit an die spannende Frage: Können wir uns das alles überhaupt leisten? Die Angebote sind unterschiedlich, genauso wie die Vermögensverhältnisse der Bauherren. Daher gilt es, nicht an der Zeit zu sparen, sondern möglichst viele Finanzierungsangebote einzuholen. Sie werden staunen, wie unterschiedlich diese ausfallen, obwohl es immer um dasselbe Haus geht. Wer ein stabiles Einkommen hat und Eigenkapital mitbringt, ist natürlich im Vorteil und wird gerade bei den Zinsen relativ günstig fahren. Aber auch mit wenig Eigenkapital lässt sich der Traum vom Eigenheim realisieren – scheuen Sie sich nicht, zu fragen!

Profi-Tipp: Planen Sie nicht zu viel Eigenleistung ein. Auch wenn Sie viel Zeit haben und handwerklich geschickt sind, so sind doch kaum mehr als 20.000 Euro durch Eigenleistung einzusparen. Lieber freuen Sie sich später, wenn noch etwas Geld übrig bleibt.




Die Bürokratie

Richten Sie schon vor Baubeginn mindestens zwei Aktenordner für alle anfallenden Unterlagen her. Denn nach Finanzierung, Notar und Grundbuch folgen gleich die nächsten Unterlagen mit der Baugenehmigung. Das ist ein unerlässlicher Schritt für jeden Neubau, der aber meistens unproblematischer ist, als er sich anhört.

Profi-Tipp: Sortieren Sie unbedingt gleich von Beginn an alle anfallenden Unterlagen und heften Sie diese ab. Sonst verlieren Sie schnell den Überblick und der Bau endet in einem Chaos. Viele Banken geben Ihren Bauherren eigene Bauherrenordner an die Hand, die bereits ein übersichtliches Register enthalten.




Der Bau

Fertighaus, schlüsselfertige Immobilie oder einzeln vergebene Gewerke - der richtige Baupartner und ein einwandfreier Bauvertrag sind Grundlagen für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Schlüsselfertiges Bauen ist zwar unkomplizierter, da alles aus einer Hand kommt, aber dafür auch teurer. Wer Geld sparen will oder sogar muss, für den empfiehlt es sich, alle Gewerke vom Rohbau bis zu den Außenanlagen einzeln zu vergeben. Aber wie so oft, muss man für diese finanzielle Ersparnis viel Zeit in Kauf nehmen.

Als Faustregel sollte immer gelten: Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie genau – nicht nur der Endpreis entscheidet, sondern auch die Beschreibung. Was bei der einen Firma günstiger klingt, kann sich am Ende als teurer herausstellen, weil wichtige Arbeiten oder Materialien in der Beschreibung gefehlt haben und nachgerüstet werden müssen. Erkundigen Sie sich auch Freunden oder Bekannten, die gerade gebaut haben. Diese haben oft wertvolle Tipps oder Empfehlungen für einen besonders zuverlässigen Handwerker.

Wenn es dann losgeht, lassen Sie sich regelmäßig auf der Baustelle sehen, nicht nur um zu überprüfen, ob alles ordnungsgemäß ausgeführt wird. Denken Sie auch an einen Small-Talk mit den Handwerkern, an Trinkgelder oder ab und zu eine Brotzeit. Das ist keine große Investition, dafür aber gut für das Klima. Und ein zufriedener Handwerker arbeitet sicher mit noch mehr Motivation.

Profi-Tipp: Scheuen Sie sich nicht davor, um Rabatt zu fragen. Selbst wenn das nicht möglich ist, so sind die meisten Handwerker doch in der Lage, auf andere Art und Weise ein günstigeres Angebot zu erstellen, zum Beispiel, indem die Bauherren einige einfache Arbeiten selbst erledigen. Meistens ist aber zumindest Skonto möglich – bei einer Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist. Das muss aber vorher vereinbart werden.




Die Bauabnahme

Bei einem schlüsselfertigen Bau haben Sie im Anschluss noch eine Garantie bzw. Gewährleistung. Dennoch sollte bei der Abnahme auf jedes Detail geachtet werden. Sind die Gewerke einzeln vergeben worden, muss man bereits während bzw. nach den durchgeführten Arbeiten alles auf seine Richtigkeit überprüfen. Das ist teilweise schwierig, denn vieles stellt sich erst nach dem Einzug heraus. Aber auch dann bessern viele Handwerker noch ohne Weiteres kostenlos nach, sie haben ja schließlich einen Ruf zu verlieren.

Profi-Tipp: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, halten Sie alles schriftlich fest und ziehen Sie ggfs. einen Experten hinzu.